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Prägung — Relief in einer einzigen Farbe

Eine Linie, die du in eine Füllung zeichnest und auf der sich deren Einstiche aufreihen. Es wird nichts in einer zweiten Farbe gestickt, und fast gar nichts zusätzlich: Die Reihen, die ohnehin genäht werden, setzen einen ihrer Einstiche genau auf deine Linie. Wo genug Löcher in einer Reihe sitzen, teilt sich das Garn ein wenig, und die Oberfläche liest sich als Rille — Relief in einer Farbe, für den Preis einer Handvoll Stiche.

Das ist die ganze Idee, und zugleich ihre Grenze. Prägung kann nicht in einer zweiten Farbe zeichnen, und sie kann keine Spur setzen, wo es keine Reihen gibt, von denen sie sich Löcher borgt.

Wähle eine Füllung aus und scrolle im Inspektor zum Abschnitt Prägung, unterhalb des Füllmusters und oberhalb der Unterlage. Es ist bewusst nur für Füllungen da: Satinsäulen, Laufstiche und Sashiko-Füllungen haben keinen Prägung-Abschnitt, weil dort kein Reihenfeld existiert, in dem sich Löcher aufreihen könnten.

Tippe auf Prägelinie zeichnen (später heißt der Knopf Neues Motiv) und zeichne mit dem Pencil auf der Form. Solange der Stift scharf ist, steht auf dem Knopf Wird gezeichnet …, und ein Banner sagt: „Prägelinie zeichnen — die Einstiche reihen sich darauf”.

Zeichne weiter, und jeder weitere Strich gehört zum selben Motiv — ein Kreuz braucht drei Striche und wiederholt sich trotzdem als ein Kreuz. Die Pille unten zählt „N Striche in diesem Motiv”; Fertig legt den Stift weg. Ein Abbrechen gibt es nicht, weil jeder Strich für sich ein Widerrufen-Schritt ist.

Löschen nimmt alle Motive vom Objekt; der Papierkorb in einer Motivzeile nur dieses eine.

Weil sie längs der Füllreihen läuft statt quer dazu. Eine Reihe kann nur dort ein Loch abgeben, wo sie deine Linie trifft. Eine Linie, die die Reihen im rechten Winkel kreuzt, sammelt also etwa alle Viertelmillimeter ein Loch ein; eine Linie, die parallel zu ihnen liegt, bekommt eines pro Reihenabstand — rund viermal weniger. Das ist keine Einstellung, das ist die Geometrie einer Tatami-Füllung.

StitchPencil misst das und sagt es: Läuft ein nennenswertes Stück deiner Linie mit den Reihen, erscheint ein Warnkasten, der nennt, wie viel davon schwach bleibt, und Füllung auf N° drehen anbietet — ein Tipp, und die Reihen kreuzen die Linie überall. Stattdessen das Motiv zu drehen (siehe Drehung) erledigt dieselbe Aufgabe von der anderen Seite.

Drehung dreht das Motiv an Ort und Stelle, −180° bis +180°. Größe skaliert es von 25 % auf 400 % dessen, was du gezeichnet hast. Beides wirkt auf das ganze Motiv, und beides ist die schnelle Abhilfe für ein Muster, das sich mit dem Füllwinkel beißt.

Es kachelt das Motiv über die ganze Form, statt es dort zu lassen, wo du es gezeichnet hast.

  • Abstand ist die Lücke zwischen den Kopien, Kante zu Kante, 0 bis 40 mm.
  • Jede zweite Reihe versetzen verschiebt die Reihen gegeneinander, damit die Wiederholung nicht wie Karopapier wirkt.

Jeder Strich wiederholt sich für sich. Ein weiterer Strich ergänzt das Muster also, statt es umzustellen. Was du gezeichnet hast, bleibt, wo du es gezeichnet hast; die Kopien treten von dort nach außen.

Aus Bibliothek öffnet ein Blatt mit zwei Abschnitten. Muster enthält zehn eingebaute Kacheln, Deine Motive das, was du gesichert hast — anfangs mit dem Hinweis „Motive, die du speicherst, landen hier — zeichne eins und tippe auf die Diskette.”

Tippst du ein eingebautes Muster an, landet es mittig auf der Form, und Abstand und Versatz werden auf die Werte gesetzt, für die diese Kachel entworfen wurde. Eines deiner eigenen wird ebenfalls mittig eingesetzt, in der Größe, in der du es gezeichnet hast, und lässt den Abstand unangetastet.

Zum Sichern tippst du auf die Diskette in der Motivzeile, gibst einen Namen ein und tippst auf Sichern — ein so gesichertes Motiv lässt sich später in jede Füllung setzen. Zum Löschen hältst du seine Kachel in der Bibliothek gedrückt und wählst Entfernen.

Zehn Texturen, alle aus Linien statt aus gefüllten Formen, und so bemessen, dass ein normales Motiv sechs bis zehn Wiederholungen zeigt statt drei:

  • Wellen — eine laufende Welle, das schlichteste der Reihe.
  • Bogenreihe — eine Reihe Bögen, versetzt.
  • Schuppen — überlappende Rundbögen, versetzt.
  • Flechtband — vier kurze Linien in drei Richtungen, verwoben.
  • Raute — eine geschlossene Raute, das eine geometrische Gitter.
  • Netz — zwei sich kreuzende Diagonalen, ein offenes Geflecht.
  • Ziegel — versetzte Striche mit engem 1,2-mm-Abstand, damit sich die Lagen als Mauer lesen.
  • Mäander — ein durchgehender griechischer Schlüssel.
  • Federbogen — ein Kiel mit vier Fahnenpaaren.
  • Spirale — gut zwei Windungen, versetzt.

Sashiko-Motive sind bewusst nicht dabei — Sashiko ist eine eigene gestickte Füllung, keine Rille.

Kann ich die Form eines Motivs nachträglich bearbeiten?

Abschnitt betitelt „Kann ich die Form eines Motivs nachträglich bearbeiten?“

Ja — Knoten in der Motivzeile öffnet den gewöhnlichen Knoteneditor darauf. Der freihändige Strich wird vorher auf eine Kurve gefittet, du bekommst also echte Anfasser statt hundert Abtastpunkte.

Es werden die Knoten aller Striche des Motivs gleichzeitig gezeigt, und ziehst du einen, der zu einem anderen Strich gehört, übernimmt einfach dieser Strich — kein Herumtippen, um erst einen auszuwählen. Die Zahl unter dem Panel ist die Summe des Motivs, also das, was du auf dem Bildschirm siehst. Glätten bügelt alle Striche mit demselben Radius, Punkte vereinfachen dünnt alle mit einer gemeinsamen Toleranz aus und meldet „Vereinfacht: A → B Knoten” — oder sagt geradeheraus, dass jeder Knoten gebraucht wird.

Tippe auf den Pfad, um einen Knoten einzufügen, ziehe am Pfad, um ihn zu einer Kurve zu biegen. Ein Prägestrich hat weder Anfang noch Ende, auf die es ankäme — es gibt also kein Umkehren der Richtung, und Schließen wird nie angeboten.

Ja. Der Stitch-Player markiert jeden Einstich, der auf einer Prägelinie gelandet ist, mit einem eingefärbten Punkt — dunkler als das Garn auf einer hellen Farbe, heller auf einer dunklen —, und die Markierungen erscheinen, wenn diese Stelle gestickt wird, nicht ab Stich 0. Mit zwei Fingern zoomst du bis 8× heran und ziehst den Ausschnitt, und genau das brauchst du meist, um zu beurteilen, ob eine Rille wirklich trägt.

Diese Ansicht ist auch die ehrliche: Wo deine Linie längs der Reihen läuft, siehst du die Punkte ausdünnen.

Fast keine. Eine geprägte Reihe bekommt einen Einstich auf die Linie verschoben, keinen zusätzlichen Durchgang über die Form — die Stichzahl bewegt sich also kaum. Wer die Zahl für sein eigenes Motiv genau will, liest sie vorher und nachher in der Statusanzeige ab.